November 2012: Großer Andrang beim Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür 2012

Farbenfroh empfingen Kreißsaal und Wochenstation am Klinikum St. Elisabeth die zahlreichen Besucher beim Tag der offenen Tür. Werdende Mamas und Papas überzeugten sich von der angenehmen Atmosphäre, die so gar nichts von einem sterilen Krankenhaus an sich hat. „Gleichzeitig bieten wir Frauen und Kindern höchsten medizinischen Standard", sagte Dr. Carsten Scholz, Chefarzt der Frauenklinik.
 

„Die Zahl der Geburten ist bei uns deutlich gestiegen", berichtete Hebamme Birgit Griesbauer. Aktuell seien es etwa 50 Geburten mehr als im vergangenen Jahr. Auch am Samstag ging es im Kreißsaal rund. Dafür sorgten Luis und Luisa. Sie gaben aber artig Gas und taten vor dem Besucherstrom ihren ersten Schrei.
 

Ein Team von Geburtshelfern und Hebammen begleitet die Schwangeren rund um die Uhr. Bei sehr großem Andrang kann sofort zusätzlich eine zweite Hebamme aus der Rufbereitschaft informiert werden. Wenn dann das Telefon klingelt, ist keine Zeit mehr zum Frühstücken, erzählte Hebamme Conny Brandstetter. Zum Schneeschaufeln auch nicht: „Wir haben alle Allrad." Babys haben es halt manchmal eilig. „Es ist uns ganz wichtig, dass sich die Frauen bei uns wohlfühlen", betonte Dr. Scholz. In einer schönen Umgebung kann man sich leichter entspannen. Sie trägt dazu bei, dass die Geburt zum besonderen Erlebnis wird. Die drei farbenfrohen Entbindungsräume wirken einladend. Neben der blauen Wanne für die Wassergeburt gibt es bunte und bequeme Entbindungsbetten. „Hier können die Frauen im Sitzen, in Seitenlage oder im Vierfüßlerstand entbinden", beschrieb Conny Brandstetter die Möglichkeiten. Lichtspiele und Aromatherapie steigern das Wohlbefinden. Väter, die ihre Partnerin nicht alleine lassen möchten, können im Familienzimmer übernachten.
 

Die neueste Technik sorgt für ein Maximum an Sicherheit für Mutter und Kind, hält sich aber dezent im Hintergrund. „Es ist alles vor Ort, um im Ernstfall reagieren zu können", stellte Dr. Scholz heraus und lobte die sehr gute Zusammenarbeit mit Anästhesisten und Kinderärzten. Babys mit Anpassungsschwierigkeiten kommen in die Überwachungseinheit auf der Wochenstation, bis sie sich stabilisieren.
 
Auch in der neugestalteten Wochenstation schaffen farbige Wände und Möbel sowie Bilder mit asiatischen Blumen eine angenehme Umgebung. Frühstücks- und Stillzimmer strahlen Gemütlichkeit aus. Dasselbe gilt für die fliederfarben gestrichenen Zimmer.
 

Anneliese Ebner, pflegerische Leiterin der Wochenstation, zeigt die Vorteile der neuen Baby-Beistellbettchen aus Holz. Eine Gitterseite lässt sich nach unten klappen, was das Rein- und Rausheben des Babys erleichtert. Die Wickelplätze sind mit Wärmestrahlern ausgestattet. Ganz neu gibt es ab sofort im Frühstückszimmer ein Frühstücksbuffet: „Da dürfen sich auch Papa und Geschwister bedienen", sagt die Stationsleiterin.
 
Neben dem beliebten Rooming-In kann die junge Mutter ihr Baby bei Bedarf der Kinderkrankenschwester überlassen. Auch nachts ist eine Kinderkrankenschwester auf Station, damit die Mutter ungestört schlafen kann. Neben den Vorträgen und den Fotos vom Babybauch kam auch die Tombola bei den Besuchern gut an. Ein Vater freute sich über den Hauptgewinn, einen Laufstall: „Beinahe hätten wir uns gestern einen gekauft." Der 3D-Ultraschall versetzte junge Eltern in freudiges Staunen. Wirbelsäule, Kopf, Ohren und die Nabelschnur lässig über der Schulter ließen sich sogar bei einem 16-Wochen-Baby klar erkennen. Babyfernsehen ist spannender als ein Krimi.
 
Den Schritt ins Leben längst hinter sich hat der zehn Wochen alte Sebastian, der am Samstag zusammen mit seiner Mama seine Oma Anneliese Ebner besuchte. Anneliese Ebner arbeitet seit 40 Jahren im Klinikum. 1978 brachte sie ihre Tochter hier auf die Welt und war auch dabei, als der kleine Sebastian vor zehn Wochen hier geboren wurde. Früher, erzählte die Krankenschwester mit Leib und Seele, waren die Väter nicht bei der Geburt dabei. Rooming-In gab es nicht. Und Stillen war verpönt. Es hieß: „Ich kann mir die Flasche leisten." Anneliese Ebner schwamm gegen den Strom und stillte ihre Tochter trotzdem. Heute stillen etwa 80 Prozent der Mütter.
 
Lesen Sie hier den gesamten Artikel aus dem Straubinger Tagblatt